Geistliches Leben

  1. Heilige Messe
    Mittelpunkt des geistlichen Lebens ist die Mitfeier der Eucharistie. Um einen immer tieferen Zugang dazu zu finden, sieht der liturgische Wochenplan für jeden Tag eine Hl. Messe in unserer Seminarkapelle vor. Die Hl. Messe ist Zeichen und Ausdruck der Bereitschaft, mit denen Gottesdienst zu feiern, mit denen man zusammen lebt und auf dem Weg zum Priesterberuf ist. An ausgewählten (Fest-)Tagen wird die Hl. Messe in größerer Gemeinschaft mit den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz oder mit den Studierenden der Hochschule gefeiert.
  2. Stundengebet
    Bei der Diakonenweihe verspricht der Kandidat seinem Bischof, regelmäßig das Stundengebet zu beten. Während der Zeit im Priesterseminar soll schrittweise eine Hinführung dahin stattfinden. Aus diesem Grund sind in unserer Tagesordnung verschiedene Teile der Tagzeitenliturgie für jeden Seminaristen verpflichtend.
  3. Schriftbetrachtung
    Das Lesen und Vertrautwerden mit der Heiligen Schrift ist unverzichtbarer Bestandteil des priesterlichen Lebens. Aus diesem Grund soll sich jeder Seminarist für die Schriftbetrachtung wenigstens 30 Minuten täglich freihalten, um ungestört über das Wort Gottes zu meditieren und so ins Gebet zu kommen. Sinnvollerweise empfiehlt es sich, Texte zu betrachten, die auch die Leseordnung vorsieht. Als Hilfestellung, insbesondere für die Studenten im ersten Semester, gibt der Spiritual einige Betrachtungspunkte.
  4. Geistliche Lesung
    Dem Seminaristen wird die tägliche Betrachtung empfohlen, weiters die geistliche Lesung, die über das Absolvieren der Lesehore hinausgehen sollte.
  5. Jahresheiliger
    Den Seminaristen wird empfohlen, einen „Jahresheiligen“ selbst zu wählen und in der Betrachtung seines Lebens über das Jahr hin Impulse für das eigene christlich/geistliche Leben zu erarbeiten.
  6. Spiritualsabend
    Die monatliche Spiritualstunde mit Vortrag in der Seminarkapelle und angeschlossener Komplet soll dem Seminaristen der Zeit im Kirchenjahr entsprechend oder einem Themenfaden folgend Impulse bieten, sein eigenes geistliches Leben zu ordnen, zu pflegen und reifen zu lassen.
  7. Geistliches Gespräch
    Die monatlichen „Geistlichen Gespräche“ dienen der Einübung in die Bereitschaft, vor anderen Zeugnis vom eigenen Glauben, der Liebe zur Kirche und der Treue zur Botschaft Christi abzulegen.
  8. Bibelkreise
    Regelmäßig treffen wir uns in den Bibelkreisen, die ein Herzstück der Auseinandersetzung und Vertiefung der Alumnen mit der Heiligen Schrift sind.
  9. Semestergespräch mit dem Spiritual
    Das Semestergespräch mit dem Spiritual ist für jeden Seminaristen verpflichtend. Entsprechende Termine werden in ausreichender Anzahl angeboten. Inhalt des Semestergespräches ist der Fortschritt im geistlichen Leben, der Zugang zu Stundengebet und anderen Formen des Gebetes, aktuelle Fragen des Seminarbetriebes, die Klärung der Berufung und weitere, der Person und dem Charakter des einzelnen Seminaristen angepasste Themen.
  10. Geistliche Begleitung
    Viele Fragen, Probleme aber auch Freuden auf dem Weg zum Priesterberuf kann und sollte man nicht nur mit sich allein ausmachen. Aus diesem Grund hat jeder Seminarist einen geistlichen Begleiter, den er regelmäßig aufsucht. Mit ihm sollte der Seminarist über alles reden können, was ihn beschäftigt; der geistliche Begleiter wird ihm auf dem Weg zum Priestertum stets vertrauensvoll zur Seite stehen. Darüberhinaus ist es möglich, bei seinem geistlichen Begleiter das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Jeder Seminarist ist verpflichtet, regelmäßige geistliche Begleitung in Anspruch zu nehmen und darüber sich selbst und im Semestergespräch mit dem Spiritual Rechenschaft abzulegen. Eine Liste zur Auswahl des geistlichen Begleiters wird den Seminaristen am Beginn des Studiums vorgelegt.
  11. Recollectio / Einkehrwochenende
    An einigen Wochenendenhalten wir während eines Einkehrwochenendes einmal inne. Dazu lädt die Hausleitung Referenten ein, die Impulse gestalten.